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Anti-Analphabetismus-Kriegskolleg

Dschungelkrieg

​Präsident Lyndon Johnson erklärte 1966 offiziell den Krieg gegen den Analphabetismus. Damals schätzte man die Zahl der Menschen, die weder lesen noch schreiben konnten, auf 3 Millionen. Heute geht man davon aus, dass zwischen 36 und 43 Millionen Menschen weder lesen noch schreiben können. Obwohl keine Regierung seit der Ära Johnson (LBJ) eine Niederlage eingestanden hat, lässt sich kaum behaupten, wir hätten gewonnen – und das, obwohl die Bevölkerung im Laufe der Jahre erheblich gewachsen ist.

Wie im Vietnamkrieg – einem weiteren Fiasko – haben auch die Schüler, die in den „Krieg gegen den Analphabetismus“ zwangsrekrutiert wurden, ähnliche Qualen und Nöte durchlitten, während sie sich durch den dunklen Dschungel der englischen Sprache schlugen. Wörter werden dort mal lautgetreu geschrieben und mal nicht; man spricht oft ungrammatisch, muss aber in Klassenarbeiten grammatisch korrekt schreiben; Aufsätze sollen logisch aufgebaut sein, doch Logik wird weder in Schulen gelehrt noch in den Hallen des Kongresses oder in öffentlichen Debatten praktiziert. Ohne Vorbilder, an denen sie sich orientieren könnten, ist es daher kein Wunder, dass viele Schüler kaum mehr lesen können, als für die Bedienung ihres Smartphones nötig ist. Sie können gewiss auch keinen zusammenhängenden Absatz verfassen, geschweige denn einen schlüssigen Aufsatz schreiben.

Was die Opfer dieses Krieges gegen die Gesellschaft insgesamt betrifft – Schüler, die hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben und ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen –, so dürfte deren Zahl allein in den USA in die Millionen gehen. Manche Schüler, die so viel Chaos und Unheil im In- und Ausland erlebt haben, sind in Resignation verfallen. Dies ist ein erschreckend hoher Preis, doch noch schwerer wiegen die endlosen Kriege, die die ganze Welt betreffen. Kriege sind kein neues Phänomen; nein, sie reichen bis in graue Vorzeit zurück. Sollte der Mensch ihnen jemals ein Ende setzen wollen, ist eine gebildete Weltbevölkerung unerlässlich. Ebenso wichtig – wenn nicht sogar noch wichtiger – ist das Gebet. Soldaten sind davon ausnahmslos überzeugt; man sagt, in Schützengräben gebe es keine Atheisten.

Der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Kriegen besteht darin, dass der heiße Krieg blutig war, der andere hingegen nicht; der heiße Krieg war profitabel, der andere nicht. Der „heiße Krieg“ forderte innerhalb relativ kurzer Zeit eine beträchtliche Zahl an Opfern – fast 59.000 Gefallene und bis zu 340.000 Verwundete (die dreifach höhere Zahl vietnamesischer Opfer, Zivilisten nicht eingerechnet, kommt noch hinzu). Demgegenüber fordert der „andere Krieg“ Jahr für Jahr eine ungezählte Menge an Opfern – weit mehr als sein blutiges Pendant –, und zwar seitdem Fächer wie Logik, Staatsbürgerkunde, Rhetorik und sogar Grammatik aus den Lehrplänen der Schulen gestrichen wurden.

Auch wenn „Totally Literate“ derzeit nur für den Unterricht in einem dieser Bereiche – der Grammatik – eingesetzt wird, erwägen wir bei „Celestial Bound“ (unserem Unternehmen), ein ähnliches Programm für die Vermittlung von Logik zu entwickeln.

Wie dem auch sei, wir hegen keinerlei Illusionen darüber, einen der beiden Kriege beenden zu können. Wenn wir jedoch auch nur einigen wenigen Schülern dabei helfen können, ihr volles Potenzial zu entfalten, und wenn noch einige weitere beim Erlernen von Lese- und Schreibkompetenzen sowie bei der Entwicklung kritischen Denkvermögens lächeln und lachen, dann werden wir das Gefühl haben, dass unsere jahrzehntelange Mühe die Anstrengung wert war.

 

 

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